Sie sind hier

Reste amerikanischer Brücke in Poll entdeckt

US Pioniere errichteten in Poll einen Ponton im Zuge der Vormarsches auf rechtsrheinische Gebiete

 

Bei den Recherchen für die Ausstellung zum 1011jährigen Jubiläum der ersten Erwähnung Polls wurde der Poller Heimatkundler Hans Burgwinkel von einem Poller Bürger auf die letzten Reste einer amerikanischen Pontonbrücke in Poll aufmerksam gemacht.

 

Hans Burgwinkel hatte bereits früher für sein im Aufbau befindliches „Poller Heimatmuseum“ ein Foto der Brücke aus Amerika ersteigern können.

 

Nachdem alle Brücken in Köln im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren, bauten die amerikanischen Streitkräfte in Köln-Poll den ersten Rheinübergang von Köln. Die Benutzer der Brücke mussten jedoch vorher bzw. nachher eine Entlausungsstation durchlaufen, die im Schüttewerk eingerichtet worden war.

 

Die Brücke bestand zwischen März 1945 und Juni 1945. Sie wurde überflüssig, nachdem die Amerikaner einen Notsteg neben der zerstörten Deutzer Brücke errichtet hatten. Später bauten dann die Engländer eine weitere Notbrücke von der Bastei in den Rheinpark…

 

 

Jetzt sind nur noch die Reste der Rampe als kleiner Damm am Poller Rheinufer zu erkennen.

 

Der Poller Bürger Peter Gilles (85) machte Hans Burgwinkel während eines Spaziergangs am Rhein auf die Rampenreste aufmerksam und berichtete von weiteren Besonderheiten, die mittelfristig in die Bestände des Heimatmuseums eingearbeitet werden sollen.

 

Bilder der Brücke werden auf einer Ausstellung des Bürgervereins Poll am 27.09.2014 beim Hoffest des Bürgerzentrums Poll zusammen mit weiteren ca. 300 Dokumenten/Bildern des Heimatmuseums sowie der Präsentation von weiteren Poller Künstlern, Vereinen und Gruppen gezeigt werden.

 

Außerdem plant Hans Burgwinkel, die Reste der Rampe über einen Bürgerantrag an die Bezirksvertretung Porz besonders schützen zu lassen.

 

Die Notbrücken der Nachkriegszeit (Quelle Archive NRW)
Während der Besetzung Kölns durch amerikanische Truppen in der Zeit vom 6. März bis zum 20. Juni 1945 wurden zwei Notbrücken errichtet. Eine dritte Notbrücke war die Patton-Brücke, die während der britischen Besetzung Kölns in der Zeit vom 1. Oktober 1945 - 12. Juni 1946 errichtet und im September 1951 abgebrochen wurde.Die erste Notbrücke war eine Pontonbrücke, die am 21. April 1945 in Höhe der Schönhauser Allee von amerikanischen Pionieren ausschließlich zu militärischen Zwecken erbaut und bereits einen Monat später, Ende Mai 1945, nach Fertigstellung der zweiten Behelfsbrücke wieder abgebaut wurde.
Die zweite Behelfsbrücke, eine Pfahljochbrücke aus Holz, wurde oberhalb der am 28. Februar 1945 zusammengestürzten Hindenburgbrücke errichtet. Ein Datum für den Baubeginn ist nicht zu belegen. Bekannt ist jedoch, dass die an der Planung und dem Bau der Brücke beteiligten Engineer Construction Groups sich seit dem 19. April 1945 in Köln aufhielten und von der Amerikanischen Militärregierung (AMG) eine nicht bekannte Anzahl deutscher Arbeitskräfte für den Brückenbau und damit verbundene Arbeiten anforderten. Die Planung der Brücke lag in den Händen der 1067th Engineer Construction Group der US Army, gebaut wurde die Brücke unter Leitung der 1057th Port Construction Group und weiterer sieben Armee-Einheiten. In der Brückenkonstruktion waren auch eine Wasserleitung und Stromkabel zur Versorgung der Kölner Altstadt mit Wasser und Strom aus den rechtsrheinischen Vororten vorgesehen.
Die "Lt.Gen. Lesley McNair Bridge", von den Kölnern "Holzbrücke", "Amerikaner-Brücke" oder "Tausendfüßler" genannte Brücke wurde am 27. Mai 1945 eingeweiht und blieb bis September 1946 in Betrieb.
Die dritte Notbrücke wurde während der britischen Besatzungszeit in der Zeit vom 1. Oktober 1945 bis zum 12. Juni 1946 in Höhe der Bastei von der 14. Army Group der Royal Engineers zusammen mit dem Tiefbauamt der Stadt Köln aus britischen Bailey-Brückenteilen und deutschem SKR (Schaper-Krupp-Reichsbahn)- Kriegsbrückengerät gebaut und nach dem am 19. Dezember 1945 verstorbenen) amerikanischen General George Smith Patton benannt. Die Pattonbrücke hatte zwei Fahrbahnen, zwei Fußgängerwege und einen Radweg. Über sie führte eine Buslinie, für Straßenbahnen war sie nicht stabil genug. Im September 1951 wurde sie abgebrochen, da zu diesem Zeitpunkt bereits vier der zerstörten Rheinbrücken (Mülheimer Brücke, Hohenzollernbrücke, Deutzer Brücke, Südbrücke) wieder aufgebaut waren.

 

Bilder © Hans Burgwinkel, zur einmaligen Veröffentlichung freigegeben 

 

Theme by Danetsoft and Danang Probo Sayekti inspired by Maksimer