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Nales:"Kontinuierliche Weiterbildung ist der Schlüssel"

BA untersucht die IKT‑Branche – Nales: „Kontinuierliche Weiterbildung ist der Schlüssel“
Aktuell zeigen sich große Probleme dort, wo viele sie am wenigsten erwartet haben: Einst stark gefragte IT‑Fachkräfte haben zunehmend Schwierigkeiten, eine neue Anstellung zu finden, und werden teils sogar massenhaft entlassen. Auch in unserer Arbeitsvermittlung steigt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber aus diesem Segment deutlich.
Die Aussage der BA‑Chefin, „Kontinuierliche Weiterbildung ist der Schlüssel“, ist richtig – aber nur ein Teil der Wahrheit. Auf dem Arbeitsmarkt werden vor allem diejenigen gesucht, die Praxiserfahrung besitzen, routinierte Problemlöser sind, dialektisch denken und nicht ausschließlich binäres Schul‑ oder Hochschulwissen anwenden.
Daher möchte ich die Aussage der ehemaligen Bundesministerin ergänzen: „Lieber ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach. Nehmt Jobangebote an, auch wenn sie nicht perfekt passen. Sammelt Praxiserfahrungen und werdet zu unentbehrlichen Spezialisten – sei es durch dialektisch entwickelte, präzise KI‑Prompts.“
Das Wissen der Dialektik bzw. des dialektischen Materialismus wird an neoliberal geprägten Hochschulen nur selten vermittelt. Es sollte privat erarbeitet werden; die Urheber Marx und Engels sind leicht zu finden. Wir werden hierzu einen KI‑Lehrgang anbieten. Ohne Praxis wird niemand zum Spezialisten.

 

Zahl der gemeldeten Stellen sinkt weiter – Arbeitslosenquote steigt
2025 hatte die BA rund 13.000 Stellenangebote im Bestand – ein Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die konjunkturelle Eintrübung hinterlässt deutliche Spuren: In den letzten Jahren ging nicht nur die Zahl der Neugründungen im IKT‑Bereich zurück, seit 2024 wurden auch weniger neue IKT‑Projekte in Unternehmen realisiert. Die berufsspezifische Arbeitslosenquote im IKT‑Bereich stieg von 3,7 auf 4,5 Prozent.

 

Struktureller Wandel: Beschäftigungswachstum trotz wirtschaftlicher Schwäche
Trotz der schwachen Konjunktur waren 2025 1,15 Millionen IKT‑Fachkräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt – zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Dieses Wachstum geht mit einer zunehmenden Akademisierung einher, da vor allem Spezialistinnen und Spezialisten sowie Expertinnen und Experten nachgefragt werden.
Neue Technologien und KI verändern die Anforderungen fundamental. Hochqualifizierte Expertinnen und Experten sind kaum von Arbeitslosigkeit betroffen (Quote: 3,5 Prozent). Die Chancen am IKT‑Arbeitsmarkt steigen also direkt mit dem Anforderungsniveau.
Über 40 Prozent der 39.000 Stellenzugänge richteten sich an Expertenprofile; jedes dritte Stellenangebot wandte sich an Spezialistinnen und Spezialisten.

 

Sicherung des Fachkräftebedarfs durch ausländische Talente
Um den Fachkräftebedarf langfristig decken zu können, sind Unternehmen zunehmend auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Diese haben in den letzten Jahren erheblich zum Beschäftigungswachstum beigetragen. Die Zahl der ausländischen IKT‑Fachkräfte hat sich seit 2015 mehr als verdreifacht und erreichte 2025 einen neuen Höchststand von 171.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Bei den Beschäftigten außerhalb der EU bilden rund 31.000 Fachkräfte aus Indien die stärkste Gruppe.
 
Jochen Geis
 

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